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Beitrag über Bischof Friedrich Nausea im Rahmen des Schülerlandeswettbewerbes "Erinnerungszeichen 2017/18" des bayerischen Kulturministeriums

Marian Distler, Sebastian Friedmann und Paul Krenz (Gymnasium Ebermannstadt und Gesamtschule Hollfeld) wurden mit dem 3. Landespreis in der Kategorie 5. - 8. Jahrgangsstufe Gymnasium ausgezeichnet.

Hier ihre Power-Point-Präsentation als PDF-Datei:
Bischof Nausea


Bernhard Schweßinger: 500 Jahre Bischof Friedrich Nausea

Gedenken an einen großen Mann des Reformationszeitalters

Stadt- und Pfarrgemeinde von Waischenfeld feierten 1987 das 500. Geburtsfest ihres bekanntesten Sohnes, des Wiener Bischofs und Trienter Konzilsvaters Friedrich Nausea (+ 1552). Die Hauptfeier bildete das Wochenende vom 26. bis 28. Juni 1987. Weiterhin wurden Konzerte, Vorträge, eine Ausstellung in der Burg Waischenfeld und eine Fahrt zu den Wirkungsstätten dieses Bischofs veranstaltet.

Friedrich Nausea - mit Recht einer der größten Männer unserer Fränkischen Schweiz - kann gerade in unserem konfessionsgespaltenen Gebiet ein Vorbild in der Ökumene sein. Denn durch seine Thesen vom Gebrauch des Laienkelchs und von der Aufhebung des Zölibats, die er auf dem Trienter Konzil vorbrachte, wollte er der damaligen Kirchenspaltung entgegenwirken und zur Einheit verhelfen. Doch nicht nur seine Konzilstätigkeit, auch als Hofprediger in Mainz und Wien, wo er 1541 zum Bischof ernannt wird, ist er für uns interessant.

Seine Liebe zur Heimat wird immer wieder deutlich. Nausea, der stets knapp an finanziellen Mitteln war, stiftete 1550 den gotischen Chor der Pfarrkirche zum heiligen Johannes der Täufer in Waischenfeld und hinterließ auch einen großen Teil seiner Bibliothek und seiner Kostbarkeiten der Vaterstadt.
Dieser Nachlaß ist leider im Laufe der Jahre verschwunden, doch konnte von Waischenfelder Seite in den letzten Jahren Schriften von Nausea aufgekauft werden, auf die man nun besonders stolz verweist. Weiterhin wurde die neu geschaffene Pfarrbibliothek als Nausea- Bücherei benannt, so daß in diesem Bereich an Nauseas letztem Wunsch angeknüpft wurde. Übrigens sei noch erwähnt: die einzige an Nausea erinnerte Gedenktafel befindet sich in der Pfarrkirche zu Waischenfeld (siehe Bild).

Es heißt dort: Friderich von Gottes gnaden, bischofe zu Wien, Römische auch zu hungern und behaim & c. kuniglicher Majestät hofrathe, hot Gott zu Eren und aller menschen andacht diesen Chor auff sein aigen kosten lassen machen. Im Jar nach Christi geburt MDL (1550)

Schauen wir nun zurück, und versuchen wir, einen Einblick in Leben und Werk dieses großen fränkischen Theologen zu gewinnen. Friedrich Grau (sein ursprünglicher Name), der seinen Namen nach Humanistenart zu Nausea ("mir graut") übersetzte, wurde kurz vor 1490 in Waischenfeld als Sohn des Wagners Hanns Grau geboren. Ein genauer Geburtstag ist nicht nachzuweisen. Geboren wurde er in dem der Waischenfelder Stadtkapelle gegenüberliegendem Haus, welches 1633 im Schwedenkrieg abbrannte. Noch heute erinnert an dieser Stelle eine am Haus angebrachte Statue daran.

Daß Nausea in Waischenfeld geboren ist - was im letztem Jahrhundert noch von mancher Seite bestritten wurde -darauf verweist nicht zuletzt sein im Jahre 1527 erstellter Geburtsbrief, der in Nauseas Gedenkbuch "Acta et notata" zu finden ist. Es heißt dort (gekürzt): "Wir, die Burgermeister unnd Radt der Stat Weyschenvelt Bekennen offentlich mit diesein Brief geen jedermenigelich, Das für unns unnd unnseren offen sitzenden Ratt daselbst khomen unnd gestanden ist, Der Ersam Georg Graww unnser mitburger hie zu Weyschenvelt ann Stat unnd von wegen des Erwirdigen unnd Hochgelertten Herrn Fridrichen Graweb Doctor beder Rechten, prediger im Thumstifft zu Meintz unnd pharherrn zu Frannckfurt unnd seines Lieben Herrn unnd Bruedersw zeigt ann, wie bemelter sein Herr und Brueder zu anliegen der seiner nottdurfft ein urkundt seiner geburt nottdurftig were, Unnd pracht als balde mit ime fur gericht vier zeugwirdig bidermener (...) welche gedachts seines Herrn unnd Brueders auch seiner geburt unnd herkhomens gutt wissen trugen."

"Darauff sagten genante: Hanns Graw Herrn Fridrichen Grawen vatter seliger hette ein Junckfrauen Catharina gnant Erhartten Retschmans zum Oberageses tochter zum heiligen Sacrament der Ehe genomen, mit derselben zu der pharkhirchen zu Nanckhendorff nach loblicher gewonhaltt der Christenlichen khirchen zu khirchen unnd strassen ganngen Darnach zu Wonsgehaw sich Ehelich Zuhaus gesetzt. ( ... )

Als bald fragt Georg Graw durch seinen fürsprechen ob man seinen Herrn und Brueder solcher sag icht billich brieffe unnd schrifftlich urkhund gebe" ( ... ) Der Abschluß dieses Briefes lautet: "zu urkhundt haben wie unnser gemeiner Statt Insigell wisenlich an disen Brieff gehangen, Der geben ist am Mittwochen Sanndt Barbaren tag der hailigen Junckfrauen nach Christi unnseres lieben Herrn gepurt fünfzehn hundert unnd im Siebenundzwaintzigisten Jare. "

Nauseas Eltern wurden also in der Nankendorfer Kirche getraut (in dieser Zeit ist das Verhältnis der Urpfarrei zur Tochterpfarrei Waischenfeld noch verschwommen), wohnten dann kurze Zeit in Wohnsgehaig und zogen von dort nach Waischenfeld. Wahrscheinlich wurde Nausea von der hiesigen Geistlichkeit gefördert und in die Bamberger Domschule gebracht, wohl auch durch das gute Verhältnis der Familie zum Bamberger Bürgermeister Johann Brunn.

Entdeckt und gefördert von Johann von Schwarzenberg, nimmt Nausea 1514 mit dessen Söhnen das Studium in Leipzig auf, wo noch andere Waischenfelder im Universitätsmatrikel zu finden sind. Im selben Jahr 1514 tritt er in den geistlichen Stand ein und empfängt vom Bamberger Weihbischof Kaspar im Dom das Akolythenamt.

1516 verlassen Paul von Schwarzenberg und Nausea das von Pest geplagte Leipzig. Nausea nimmt in den folgenden Jahren Kontakt mit den Humanisten, besonders mit Erasmus von Rotterdam, den er des öfteren in Basel besucht, auf. Im Jahr 1518 begibt er sich nach Pavia in Italien. Er veröffentlicht dort am 13. Oktober 1519 seine Arbeit über die Hauptgedanken des Lactancius.

Nausea schreibt in Pavia: "Er habe den Entschluß gefaßt, in den Tempel der hochheiligen christlichen Philosophie einzutreten. Er wolle nämlich zur Vorrathskammer der Theologie sich wenden, damit er sich mit Ihr zu einem guten und glückseligen Leben heilsamen Früchten bereichern könne." Im Juli 1521 habilitierte sich Nausea in Padua als Lehrer der Poetik und Rhetorik. Im Herbst dieses Jahres reisen die deutschen Mitstudenten in die Heimat zurück. Nausea bleibt in Italien. Er schreibt am 16. Januar 1522 an seinem Bruder Georg: "Eine so lange Reise nach dem fernen Deutschland wäre bei seiner geschwächten Gesundheit gar nicht möglich gewesen, da er nur mit Mühe auf den Füßen hätte stehen und kaum zum nächsten Haus hinken können. ( ... ) Diese Erkrankung sei auch die Ursache, warum er die juridischen Studien unterbrochen habe.

Um nun doch nicht ganz müßig zu sein, habe er angefangen, die schönen Wissenschaften zu betreiben und daran sich zu ergötzen." (gekürzte Fassung) In Padua schreibt Nausea das Werk An Artem Poeticem" und widmet eine weitere Schrift dem Kardinal Laurentio Campeggio. Nach seiner Genesung setzt er sein rechtwissenschaftliches Studium fort und erreicht am 17. März 1523 "nach glänzend abgelegten Examen" den Doktorgrad der jurisprudens. Nausea hielt hierzu im erzbischöflichen Palais von Padua eine hervorragende Rede.

Seine theologischen Studien hatte er in Italien nie ganz zur Seite gelegt, wahrscheinlich setzt er sie noch 1523 in Siena fort. Zu Beginn des Jahres 1524 wird Nausea zum Sekretär des Kardinal Campeggio auf den Nürnberger Reichstag berufen, womit sein Wirken in dem schon schwer von der Reformation gezeichnetem Deutschland beginnt. Weshalb Campeggio gerade Nausea zu seinem Sekretär wählt, dafür sprechen wohl zwei Gründe: zum einen die guten Deutschlandkenntisse und zum anderen Nauseas literarischen Tätigkeit, die dem Kardinal bekannt war.

Am 14. März 1524 kamen sie in Nürnberg an. Der Österreichische König Ferdinand ritt ihnen entgegen und wies auf die revolutionären Vorkommnisse in der Stadt hin, weshalb sie als einfache Reisende einziehen sollten. Von Campeggio beauftragt, schreibt Nausea hier ein Begleitschreiben zu den Vorwürfen der deutschen Stände, den "Gravamina".

Nausea war somit plötzlich in die deutschen Verhältnisse hineingezogen und stand in Nürnberg mitten im Konflikt.
Danach wird er von Campeggio nach Bretten zu Melanchton geschickt. Die Verhandlungen blieben dort erfolglos. Dasselbe gilt für seine Unterredung mit Erasmus in Basel, er findet aber bei diesem Anerkennung. Aufgrund der besonderen Verdienste ernennt ihn Campeggio am 12. September 1524 in Wien zum "Notarius papae et apostollcae sedis et comes aulae palattl Lateranensis

1525 kehrt Nausea nach Italien zurück (Rom, Bologna) und schreibt von dort einen Aufruf an Karl V. um Hilfe für Kirche und Reich. Am 7. Oktober 1525 fordert Johann Cochläus aus Deutschland Nausea auf, so schnell wie möglich nach Frankfurt zu kommen, damit er die Pfarrei Sankt Bartholomäus übernehme. Es seien bereits Aufstände im Gange. Nausea empfängt aber vor seiner Abreise nach Deutschland am 17. Dezember 1525 in Bologna die Subdiakonatsweihe und am 21. Dezember 1525 in Padua die Diakonwelhe. Daraufhin reist er nach Frankfurt.

Nach empfangener Subdiakon- und Diakonweihe in Italien reist Nausea zu Beginn des Jahres 1526 nach Frankfurt, wo das verwaiste Stift Sankt Bartholomäus bereits auf den neuen Pfarrherren wartet. Bei Nauseas erster Predigt am 24. Februar 1526 kommt es jedoch zu solchem Aufruhr, "daß der gut doctor und her nit langer hat mögen predigen, ist also hinweg gangen".

Nausea geht daraufhin nach Mainz, bleibt aber im Besitz der Kirchenpfründe von Sankt Bartholomäus. In Mainz ernennt ihn Erzbischof Albrecht nach abgehaltener Probepredigt zum Domprediger, er verleiht ihm die "prebend vicaril mit der anhängenden predicatur im thumb". Zu Nauseas Hauptprogramm in seiner bis 1534 dauernden Mainzer Zeit wird die Reform des Klerus und die Einweisung des Volkes in die kirchlichen Grundwahrheiten. Ursache der Mißstände im Klerus ist für Nausea die Vernachlässigung der Bildung; er versucht, hier durch seine Predigten und Schriften, die er in dieser Zeit herausgibt, entgegenzuwirken. Sein Hauptwerk bilden die 1530 gedruckten Xenturien-, welche er König Ferdinand und Erzbischof Albrecht widmet. Die fünfte Auflage im Jahre 1540 verdeutlicht das große Interesse an diesem Werk. Nauseas Freund Cochläus schreibt am 1. Juli 1531 aus Dresden an Nausea: "Dieses Werk ist ein Geschenk Gottes, nicht von dir."

Im Jahr 1532 erweitert sich Nauseas Tätigkeit in Mainz, indem ihm die Professur der Theologie übertragen wird. Das hierzu nötige Doktorat und Magisterium erwirbt er sich in Siena, wo sein dort erzieltes Doktordiplom großes Aufsehen aufgrund der Gelehrsamkeit erregt.
Nach seiner Rückkehr aus Italien beginnt er sofort mit der Übersetzung seines Hoimilienwerkes ins Deutsche. Er schreibt hierzu: "Ich habe mich in solcher meiner Predigen Verdeutschung, so viol immer möglich, einen solichen gemeinen Deutschens, so ungeferlich im gatzen heiligen Römischen Reich in übung ist, gebraucht, das ich erhoffe, das dasselbig beyläuffig vernemlich sein soll den Schwaben, Francken, Bayern, Oesterreichern, Etzlendern, Sünkawern, Schweitzern, Reinländern, Elsassern, Norrckawern, Meyssenern, Hessen, Düringern, Merern, Schlesiern und auch vielen der Sachsen und anderen vöIckern,... "

Deutlich wird hier der große Verbreitungskreis der Schriften Nauseas. Nauseas Bedeutung für Mainz läßt sich am besten dem Ausspruch Aleanders aus dem Jahr 1532 entnehmen: "Was Cochläus für Sachsen, Eck für das Donauland, das ist für die Rheinlande Nausea. 1533/34 führt Nausea bereits Verhandlungen über seinen Wechsel nach Wien. Im Sommer 1535 nimmt er schließlich die Hofpredigerstelle in Wien an. nachdem ihm König Ferdinand am 7. August 1535 auffordert, seine neue Stelle einzunehmen. Ferdinand äußert sich über Nausea wie folgt: Ach bin erfreut, diesen Mann, den ich so hoch schätze, an meinem Hof zu haben." Mit der Hofpredigerstelle war ihm gleichzeitig die Würde eines königlichen Hofrates verliehen. Zusätzlich erhält er am 15. Januar 1537 die Pfarrei Asparn an der Zaya und am 1. Februar 1537 die Pfarrei Mistelbach.

Bis zur Ernennung Nauseas zum Koadjutor des Bistums Wien im Jahre 1538 verbringt er den Großteil seiner Zeit an den Höfen in Innsbruck und Prag. Papst Paul 111. bestätigt in der Bulle "Romanus Pontifex in potestatis plenitudine" vom 19. März 1538 die Ernennung Nauseas. Er verordnet mit dieser Bulle, daß das Domkapitel und die Vasallen der Kirche zu Wien,' sowie der Klerus und das Volk dem Koadjutor Gehorsam und Ehrfurcht erzeigen müssen und daß ihn der Salzburger Metropolltan als seinen Suffragan zu betrachten habe.

Als Koadjutor bleibt Nausea weiterhin Diakon und wird erst nach dem Tod des Wiener Bischofs Faber zum Priester und Bischof geweiht. 1540 wird Nausea aufgefordert, in Speyer am Religionsgespräch teilzunehmen. Auf dem Religionsgespräch, welches im Juni 1540 nach Hagenau verlegt und im November 1540 in Worms fortgesetzt wird, spricht Nausea vor allem mit Melanchthon. An die anwesenden Theologen richtet Nausea die Aufforderung, begangene Fehler gegenseitig zu vergeben und kompromißbereit zu sein. Differenzen grundsätzlicher und gravierender Art sollen allmählich bei sich anbietender Gelegenheit beigelegt werden. "Als Christen und Deutsche sind wir zur Einheit aufgerufen," so Nauseas Worte in Hagenau.

Interessant ist Nauseas Aussage zur Abwesenheit der Bischöfe: "Sie schlafen auf beiden Ohren, als ob es sich nicht um ihre höchst eigene Sache handelte, sie lassen die Dinge laufen, als ob sie nicht die Wiederaufrichtung, sondern die Zerstörung der Religion wünschten, nur auf ihre Einkünfte bedacht. Nauseas Handeln auf den Religionsgesprächen ist sowohl von religiös-konservativer Strenge als auch von politischer Diplomatie geprägt. er mußte zwischen seiner Funktion als Kleriker und als Berater Ferdinands, eines weltlichen Herrschers, einen Mittelweg suchen.

Nach Wien zurückgekehrt tritt er nach dem Tod Bischof Fabers am 21. Mai 1541 dessen Nachfolge an. Neben den finanziellen Sorgen der Diözese Wien beklagt Nausea vor allem die Eigenartigkeit Wiens:
"Ein bißchen befehle der Bischof von Wien, ein bißchen der Bischof von Passau, ein bißchen die Universität, ein bißchen der Dekan der theologischen Fakultät, ein bißchen der Bürgermeister, ein bißchen die Geistlichen, die sich bald hinter diesen, bald hinter jenen stecken, und dem Bischof trotzen. Hierzu kommen noch die Mönche, mit ihren Generalen, Äbten und Pröbsten. Ein jeder Bischof ist ein armer Mann, ein Mann ohne Ansehen, ohne Einfluß, ohne Macht, aber auch ohne Mittel. "

Auch als Bischof setzt Nausea seine Haupttätigkeit als Prediger fort. Im Lobspruch der Stadt Wien aus dem Jahre 1548 von Wolfgang Schmelzl heißt es: "Mit frewden gien ich in Tempel ein, da war Ersamer Rath und gemein Versammelt zu hören Gottes wort, wie sich geprut an solchen Ort, Vil tausent menschen standen da und predigt Bischof Nausea, wie er dann pflegt zu aller Zeit, sein schäfflein zgeben selbst die weidt. "

Neben seinen Predigten arbeitete Nausea vor allem Vorschläge für das Konzil aus. Ein wichtiges Werk stellt hierbei "rerum conciliarum libri" dar. Am 6. Juli 1543 überbringt er an Papst Paul III. den Vorschlag der Klerikerehe und des Laienkelches. Weiterhin überreicht er im selben Jahr dem Papst seinen Katechismus. Zum Konzil selbst ist er bereits 1542 und 1545 als Orator des Königs bestimmt, doch zwingen ihn immer wieder neue Ursachen nicht abzureisen.

Als Papst Julius III. am 14. November 1550 die Wiederaufnahme des Konzils bekannt gibt, schreibt Nausea an Julius:
"Ohne mich zu rühmen, kann ich sagen, daß kein anderer Bischof in Deutschland das allgemeine Konzil, welches mir für die Ehre Gottes, für das Wohl und den Frieden der Kirche, sowie für die Würde. des apostolischen Stuhles so zuträglich erscheint, aufrichtig und eifrig gewunscht, durch Schriften und Predigten mehr gefördert habe als ich." Nauseas Anreise nach Trient wird abermals verzögert, diesmal zwingen, ihn gesundheitliche Gründe zur Kur in Bad Abach. König Ferdinand schreibt am 9. August 1551 an Nausea, er solle seine Kur so beschleunigen, daß er bis Ende des Monats in Trient sein könne. Am 14. August 1551 ist Nausea bereits in Wien und bittet Ferdinand um ein Reisegeld. Ferdinand beordert am selben Tag, Nausea habe sich am nächsten Montag aufzumachen, Reisegeld seien monatlich 100 Kronen, Instruktion und Mandat sollen unverzüglich ausgefertigt werden.

In seiner Instruktion erklärte Ferdinand, er habe die Bischöfe Gregor von Agram und Friedrich Nausea von Wien als seine "mandatarii et commissari ill für das Konzil von Trient ernannt. Dieselben hätten ihn als König von Ungarn, Böhmen, Dalmatien, Kroatien, als Erzherzog von Osterreich bei den Vorsitzenden der Kirchenversammlung zu vertreten.

Nach schwieriger Reise über Salzburg, Innsbruck und Bozen erreicht Nausea am 30. August 1551 abends um 7 Uhr Trient. Am 1. September nimmt er bereits in der feierlichen Sitzung seinen für ihn bestimmten Platz ein. Nausea schreibt: "Auf das Konzil habe ich große Hoffnungen, wenn die Sitzungen nicht allzusehr verzögert würden. Alle Prälaten, sowohl Spanier als Italiener zeigen gegen mir große Freundlichkeit und besuchen mich zahlreich, was mich sehr freue."

Am 15. September bringt Nausea den Vorschlag zur Änderung der zu schleppenden Geschäftsordnung. Sein erstes und bemerkenswertestes Gutachten gibt er in der Generalkongregation vom 21. September 1551 bezüglich der sich auf das allerheiligste Altarsakrament beziehenden Irrtümer. Stark setzt er sich hierbei für die Wiedereinführung des Lalenkelches ein. Nausea fordert: "Das Konzil möge daher die Kommunion unter beiden Gestalten gestatten. Wenn die geziemende Ehrfurcht und Vorsicht eingeschärft werde, sei keine Verunehrung des heiligen Blutes zu befürchten. "

In der Sitzung vom 6.. Oktober beteiligt er sich erneut rege an der Diskussion um den Gebrauch des Laienkelches. Dies ist auch der Grund, weshalb ihn Ferdinand, der den Lalenkelch nicht billigt, ermahnt, im Namen des Königs auf dem Konzil zu handeln. Nauseas Teilnahme am Konzil war intensiv, doch hatte er in Trient auch Zeit für seine schriftstellerische Tätigkeit. In einem an Julius 111. gerichteten Brief bittet er um Unterstützung und Förderung seiner zur Verteidigung des Glaubens gewidmeten Schriften. Julius antwortet daraufhin in einem Briefe vom 12. Dezember. Er lobt die Darstellungsweise, die Gelehrsamkeit und den frommen Eifer, welche sich in diesen Schriften fänden. Nicht weniger des Lobes wert hält er die Tätigkeit Nauseas auf dem Konzil. Er werde eine Gelegenheit suchen, ihn seinen Dank und seine Anerkennung auszusprechen.

Während dieser Monate ist Nausea aber bereits von einer schweren Krankheit gezeichnet. Im Januar 1552 nimmt er noch an einer Sitzung teil, am 3. Februar schreibt er sein Testament und stirbt am 6. Februar in Trient. In den Konzilsakten heißt es: "Am Samstag, den 6. Februar, verstarb zu Trient Friedrich Nausea, Bischof von Wien, Sprecher des römischen Königs auf dem Konzil, ein Mann von überaus gutem Lebenswandel und hervorragenden Sitten, bewundernswert in den Wissenschaften jeder Art. Er hat viel für den katholischen Glauben gegen die Häretiker geschrieben. Seine Seele ruhe in Frieden."

Wegen Mangels an Pferden und weil die Anfertigung der Trauerkleider längere Zeit in Anspruch nimmt, wird der Leichnam erst am 11. Februar von Trient weitergeführt. Er wird bis Hall mittels Wagen und von dort bis Wien auf der Wasserstraße befördert. Acht Diener begleiten ihn. In Wien wird Nausea vor dem mittleren Altar, dem Fronleichnams- oder Markusaltar, beigesetzt. Heute erinnert im Stephansdom eine holzgeschnitzte Darstellung seines Bildnisses an diesen Bischof aus der Gründerzeit der Diözese Wien. Auch die Nauseagasse im 16. Gemeindebezirk Wiens setzt ihm eine bleibende Erinnerung in Wien.

Sein größtes Vermächtnis setzte sich Friedrich Nausea aber mit der Stiftung des spätgotischen Chores in seiner Heimatstadt Waischenfeld. Ihr gilt auch der Großteil seines Testamentes. Dem Senat der Stadt Waischenfeld stiftete er zwölf vergoldete Becher, den Armen und Kranken einen größeren Geldbetrag sowie die Bücher seiner Bibliothek.

Daß die Waischenfelder ihren größten Sohn auch nicht vergessen haben. wurde im diesjährigen Jubiläumsjahr deutlich. Eine neue Gedenktafel mit den wichtigsten Lebensdaten Nauseas wurde enthüllt, der Schulplatz wurde zum Bischof-Nausea-Platz umbenannt und die Pfarrbücherei trägt den Namen Nauseas. In der Pfarrkirche und am Ort des ehemaligen Geburtshauses erinnern ebenfalls Darstellungen an Nausea.

(Aus: Die Fränkische Schweiz, 1987, Nr. 2 und Nr. 4)

 

 

 

 

     

 Stadt Waischenfeld, Marktplatz 1, 91344 Waischenfeld