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Stadtkapelle St. Laurentius und St. Michael
Errichtet wurde sie als Dank dafür, dass Waischenfeld von der Pest
verschont wurde. 1482 wird sie erstmals erwähnt, im Dreißigjährigen
Krieg (1618 1648) soll sie total ruiniert dagestanden haben. Bis auf
den dreiseitig geschlossenen Chor (um 1641 erbaut) errichtete man die
Kapelle in jetziger Form von 1699 1701 unter Leitung von Pfarrer Kohler
mit Unterstützung des Bürgermeisters Michael Hofmann und tatkräftiger
Hilfe der Waischenfelder Bürger.
Die stimmungsvolle Ausstattung stammt in der Hauptsache aus der
Werkstatt des Oberpfälzer Kunstschreiners und Bildhauers Johann Michael
Doser (1678 1756). So die plastischen Figuren des Hochaltars, wie der
Erzengel Michael, sowie die Seitenfiguren Johannes des Täufers und St.
Zeno, auch die Engel und Gottvater im Auszug. Der Hochaltar selbst
wurde 1701 vom Bamberger Hofbildhauer Sebastian Degler (1670 1730)
errichtet. Die beiden barocken Seitenaltäre von 1707 sind ebenfalls von
J. M. Doser entworfen worden. Doch nur der linke Marienaltar (gestiftet
von Amtskastner J. G. Bühner) wurde von ihm ausgeführt. Er zeigt in der
Mitte ein Maria Hilf Bild, dann die Heiligen Zacharias, Elisabeth,
Joachim und Anna, oben die Sendung Gottes mit Engeln und Propheten. Der
rechte Antoniusaltar (gestiftet von Amtskastner Sigmund Handel) wird J.
N. Lauter (1641 1721), einem Hollfelder Kunstschreiner und Bildhauer,
zugeschrieben. Die Figuren dieses Altars sind aber auch aus der Hand
Dosers, mit Ausnahme des heiligen Wendelin, der dem Ebermannstadter
Bildhauer Theiler zugeschrieben wird.
Die Kanzel mit der Halbfigur Gottvaters auf dem Schalldeckel stammt
ebenfalls aus Dosers Werkstatt. Die im Chorbogen hängende Muttergottes
im Rosenkranz soll um 1700 geschnitzt worden sein, der Nepomuk links im
Chorbogen um 1750. Die Nothelfer - Figuren an der Empore stammen von
Ditterich aus Lichtenfels. Wer das Deckengemälde mit dem Auge Gottes
und dem IHS Symbol verfertigt hat, ist nicht bekannt. Unter Leitung von
Pfarrer Pieger ist die Kapelle 1939 restauriert, die doppelstöckige
Empore gegen die jetzige ausgetauscht worden. In den 70er Jahren bekam
das Gotteshaus einen neuen Anstrich. Einen kleinen Hinweis auf den
Kinderreichtum im 18. Jahrhundert gibt die Nachricht aus einem
Fränkische Schweiz- Vereins- Heft (Nr. 10, 1926), die besagt, dass eine
ganz besondere Ehrung der Kapelle zuteil wurde, als hier, 1702, 507
Kindern das Sakrament der Firmung gespendet wurde. Nachtrag: Aus Anlass
des 200. Geburtstages der ”Pfingsreise” von Wackenroder und Tieck
veranstaltete der Gebietsausschuss Fränkische Schweiz 1993 das
”Romantikerjahr”. Zur Erinnerung an den Besuch Arndts und Richters in
Waischenfeld wurde am 8.8. 1993 im Garten neben der Stadtkapelle ein
von der Werkstatt Frey aus Pettensiedel/Igensdorf gemachter Obelisk mit
dem Konterfei der beiden Gelehrten (aus Kupfer) feierlich enthüllt.
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