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Die drei Waischenfelder Privilegien
Des Römischen Königs Ludtwich dryer Privilegien den Dorff Wischenueldt Statt und Marckh Recht.
Demnach bey dem Hochwürdigsten Fürsten und Herrn Herrn Phillip Valentin
Bischoffen zu Bamberg Bürgermeister und Rath zu Wischenueldt
unterthänig anbringen lassen, waß gestalt bey den für übergangenen
schwedischen Krieg Ihre Privilegio verloren gangen, dahero unterthänig
gebetten glaubwürdige Abschrift derselben aus dem fürstl. bambergischen
archivo Ihnen zu ertheilen. Alßo hat sich befunden, daß vom König
Ludwig glorwürdigen Andenckhens drey Conceßiones und begnadung
vorhanden, wie in nachfolgenden Inhalt zu vernehmen.
1. Wier Ludwig von Gottes Gnaden Römischer König zu allen Zeiten mehrer
des Reichs gethun kundt, daß wier durch besonderliche Lieb, Treu und
Dienst des Edlen Mannes Conrad von Slüsselberg, das Dorff zu
Wischenueldt ewiglichen freyen und in alle
die Recht die zu der frey sollen gehören, verliehen und geben, noch all
die freyung die unsere Vorfahren sel. Kayser und König der Statt zu
Bamberg verliehen und geben haben an der freyung zu unverschaidentlich ohne alle.......
Wier thun auch den vorgenanten Conraden und seinen Erben die besondere
Gnad, was in die unsere königlichen Diener sind die zu Wischenueldt
fertichlich sich behausen wier noch keiner unser Ambtman mit den nicht
sollen zu schaffen haben. Wier geben auch den vorgenanten Dorff alle das Markhrecht daß andern Märkten gewöhnlichen Rechtlichen geben ist. Und
darüber zu Uhrkundt geben wier diesen brieff mit unsern königlichen
Jnsigel versiegelt, der geben ist zu Lengenfeldt des Monaths nach St.
Nicoley Tag, da man zelt von Christi Gebuhrt dreyzehn hundert Jahr,
darnach in den fünfzehnten Jahr, in dem andern Jahr unsers Reichs.
2. Wier Ludwig von Gottes Gnaden Römischer König zu allen Zeiten,
mehrer des Reichs Gebiethen und setzen mit Königlichen Gewalt, daß
niemandt in einer halben Mail brait umbt den Marckh Wischenueldt den
wier gefreyt haben und beyde, Statt
Recht und Marckh Recht geben haben, alß an andern unser brieff und
handtvesten sagent und geschrieben stehet nichts nit kauffe, den in
vorgenanten Marckh wer auch das nit thut und seinen feilen Kauff in den
vorgenanten Marckh nicht vertreibet, und vertreibet, der soll wissen,
daß er unsern königliche Gewalt gekränkhet hat, und soll beyde
uns, und den Edlen Mann Conraden von Schlüsselberg dem der offt genant
Marckh angehöret, darum bessern, also dann unser königliche Gnad
billich und Recht denckhet, und zu Uhrkund sogeben wir diesen brieff,
mit unsern Jnsigel versiglet. Der ist geben zu Nürnberg, den Montag
nach St. Agathen Tag, Anno Domini Tausent dreyhundert sechzehn, in dem
andern Jahr unsers Reichs.
3. Wier Ludwig von Gottes Gnaden, Römischer König zu allen Zeiten,
mehrer de Reichs etc. daß Wischenueldt der Marckh die Freyung die wir
ihn vor etlich Jahren gethan haben völliglich und ohne Zerfall
gebrauche, gebieten wir, und
verbieten auch von unsern königlichen Gewalt, daß niemand in einer
halben Meil darumb keinen feilen Kauff hat, noch treibe, were
aber, daß wider unser Geboth thete und das überwinden würde, all so
offt das geschehe so haben wir dem edlen Mann Conraden von
Schlüsselberg unsern lieben getreuen oder wer dann daselbst Herr ist,
ob der vorgenante Conrad nicht were, gewalt gegeben, den selben zu
Pfenden für zehn Pfundt Heller. Darüber zu Uhrkundt geben wier in
diesem brieff mit unsern Jnsigel versiglet, der geben ist zu Regensburg
am freytag vor Dionysi Anno Domini dreyzehnhundert zwey und zwanzig in
dem achten Jahr unsers Reichs.
Wie nun seine hochfürstl. Gnaden solche Abschrift undt Transumption auß
dero fürstl. archivo gnädigst verwilliget, als ist solche nach
fleissiger Collationie* und auscultirung* dan registrirten
authentischen Inhalt, allerdings gleichlauthent befunden und
gegenwertige Abschrift mit seiner hochfürstl.Gnaden Canzley Secret
becräftiget worden, geben zu Bamberg den fünfzehnten Monathstag
Octobris im taußend sechshundert sechs und sechzigsten Jahr.
*transumptio=Übertragung. Collatio = das Zusammentragen.
auscultatio = Horchen, Zuhören. Aus einem Copialbuch von 1680
(angefangen) des Vogtes Hanns Jacob Grisinger. Übertragen von Reinhard
Löwisch
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